Die Laufenburg

„Einen besonderen Schmuck besitzt diese Gegend in der ostwärts vom Wehethal gelegenen hochromantischen Ruine der Laufenburg. Von ihren fünf Türmen steht noch einer stolz aufrecht da. Von den ehemaligen Wohnräumen ist nichts mehr vorhanden, an der Stelle des alten Burghauses erhebt sich jetzt von Bäumen beschattet, ein bescheidenes Försterhaus, in welchem einfache Erfrischungen zu haben sind.“

Diese Beschreibung, die H. Rehm 1888 veröffentlichte, zeigt, dass die mittelalterliche Trutzburg im letzten Jahrhundert eine Ruine war. Allerdings änderte sich dieser Zustand noch vor 1900. 1895 und 1896 zogen Maurer, Zimmerleute und Dachdecker zu der einsamen Stätte im Wald, um aus dem lädierten Gemäuer wieder ein stattliches Anwesen zu machen. Auftraggeber war der neue Besitzer Emil Hoesch. Was dabei herauskam, entsprach nicht so sehr dem Originalbefund vor dem Verfall als vielmehr dem historisierenden Geschmack der Zeit.  Die u.a. Fotos  zeigen eben diesen Zustand.

Knapp zwei Generationen später machte der 2. Weltkrieg die Aufbauarbeit von 1895 wieder zunichte. Als die Alliierten im September 1944 das nahe gelegene Schevenhütte besetzten, geriet die Ritterburg in das Feuer der hin- und herpendelnden Fronten. Die Außenmauern wurden schwer getroffen, die Innengebäude brannten aus. 1950 erfolgten die ersten Maßnahmen zur Instandsetzung der Burg. 1963 begann der Besitzer, unterstützt durch das Amt für Denkmalpflege, mit der sachkundigen Restaurierung der Anlage. Die Gründungsgeschichte der Laufenburg liegt ebenso im dunkeln wie die des benachbarten Klosters Wenau. W. Fuß schreibt dazu folgendes:

„Es mag sein, dass ein Vasall der  Herzöge von Limburg im 12. Jahrhundert erster Besitzer gewesen ist. Dieser Vasall war dann wohl ein Mitglied der Familie Mule von Alsdorf, welche Drosten oder Burggrafen von Herzogenrath waren, das 1137 an das Haus Limburg kam. Diese Alsdorfer Familie nannte sich später nicht mehr nach ihrem Stammsitz Alsdorf, sondern nach der Burg, die sie im Wehebachgebiet besaß, von Lovenburg.

Grundriss der Laufenburg nach P. Hartmann und E. Renard, „Die Kunstdenkmäler des Kreises Düren „, 1910. Rechts das Eingangstor. In diese Zeit, also ins 12. Jahrhundert, fällt mutmaßlich die Erbauung bzw. Besitzergreifung oder Umbauung der Laufenburg durch ihre Lehnsherren, die Herzöge von Limburg, welche nun einen ihrer Drosten von Herzogenrath in die Laufenburg setzten.

Um die gleiche Zeit (12. Jahrhunderterfolgte auch die Gründung des unten im Tale liegenden Klosters Wenau durch die Herzöge von Limburg so dass man mit der Annahme nicht fehlgehen kann, dass Kloster Wenau das am weitesten östlich gelegene kulturelle Machtdokument und die Laufenburg das am weitesten östlich gelegene gebietspolitische Machtdokument der Herzöge von Limburg zum Schutz der Klostergründung im Tal sein sollte. Von hier aus konnte der Limburger den angrenzenden Gebietsherren, besonders dem Jülicher Grafen und dem Kölner Erzbischof, Trutz bieten. „

Nachdem die Laufenburg im Besitz verschiedener adeliger Häuser war, kam sie 1841 in bürgerliche Hand. Eduard Roßbach, Bankier aus Barmen, ehelichte die letzte adelige Erbin, Maria Anna von Roth. 1883 verkaufte Roßbach die Burg an ein Mitglied der bekannten Fabrikantenfamilie Hoesch. Seit 1917 ist der Grundbesitz  incl. Burg  Eigentum  der Industriellenfamilie Prym aus Stolberg.

Die heutige Pächterfamilie Esser kam 1952 auf die Laufenburg. Sie nutzten die umliegenden Wiesen zur Aufzucht von Rindern. Für einen lohnenden Ackerbau ist der karge Boden nicht gut genug. Neben der nun  kleinen Landwirtschaft betreibt inzwischen Ulrike Esser eine Gastwirtschaft mit Eifeler Spezialitäten. Sehr beliebt und geschätzt sind die „Hausplatten“ und Wildgerichte aller Art.

Restauration von Dienstag-Sonntag