Nikolauskapelle Geich

Die römisch-katholische Nikolauskapelle in Geich, eines der ältesten historischen und kirchlichen Baudenkmäler des Kreises Düren, stammt aus dem 11./12. Jahrhundert.

Das Gebäude steht inmitten von Feldern und Wiesen nordöstlich des Dorfes Geich, unmittelbar hinter dem Ortsausgang in Richtung Echtz. Es ist von einer Bruchsteinmauer umgeben, die ein Grundstück mit altem Baumbestand und einigen Einzelgräbern einschließt. Seit den 1970er Jahren befindet sich hier auch das alte Ehrenmal von Geich, das im Ort selbst dem Straßenbau weichen musste.[1]

Der kleine Saalbau mit einer eingezogenen Rundapsis wurde im 11. und 12. Jahrhundert in Bruchstein errichtet. Die Wände sind durch Stichbogenfenster gegliedert. Der Eingang an der Nordseite ist mit Blausteingewänden ausgestattet, der Sturz ist gerade, die Tür ist eine Nachbildung der Vorherigen aus spätgotischer Zeit. In dieser Zeit wurde auch der Strebepfeiler an der Südseite vorgesetzt, das Dach erhöht und der heute verschieferte Dachreiter auf dem Westgiebel errichtet. Das Gebäude ist mit einem Satteldach gedeckt. In der Außenmauer befindet sich in der südöstlichen Ecke eine römische Spolie mit einem Herkules-Relief. Bei Umbauarbeiten im Jahr 1763 wurden eine Sakristei angebaut und eine Empore mit einer Rokokotreppe eingebaut.

Im Mittelalter befand sich neben der Kapelle ein Hospital, im damaligen Sprachgebrauch ein Gasthaus. Dieses lag unmittelbar an der vorbeiführenden Heer- und Handelsstraße von Frankfurt nach Aachen und weiter nach Antwerpen. Dieser Weg war auch als Krönungsstraße der deutschen Könige im Mittelalter bekannt, denn er führte vom Wahlort Frankfurt zum Krönungsort Aachen. Das Gasthaus und Hospital bot Reisenden eine Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeit. Urkundlich erwähnt ist die Kapelle im Zusammenhang mit dem Kloster Schwarzenbroich, das im Jahr 1340 von Werner von Merode gegründet wurde. Die Mönche kümmerten sich im Hospital um die kranken Reisenden.Die römisch-katholische Nikolauskapelle in Geich, eines der ältesten historischen und kirchlichen Baudenkmäler des Kreises Düren, stammt aus dem 11./12. Jahrhundert.

Foto: GDG St. Franziskus