Wenau1
Klosterkirche Wenau - Foto: Wikimedia Commens
Wenau/Heistern

Wenau Von 1794 bis 1815 gehörte Wenau zur Mairie Heistern im Kanton Eschweiler, Département de la Roer, ab 1815 als Gemeinde zum Kreis Düren und seit 1932 zusammen mit Hamich zum Amt Langerwehe. Am 1. Januar 1972 wurde Wenau in die Gemeinde Langerwehe eingegliedert.[2] Von 1961 bis 1971 war der Ort postalisch unter 5181 Wenau (über Eschweiler), von 1972 bis 1993 unter 5163 Langerwehe zu erreichen. Seit 1993 ist die postalische Anschrift 52379 Langerwehe.

Heistern liegt am Nordrand des Naturparks Hohes Venn-Eifel. Östlich fließt der Wehebach. Das Dorf befindet sich an einer Kreisstraße zwischen Hamich und Hücheln sowie in der Nähe der Landstraße zwischen Schevenhütte und Langerwehe auf 200 m ü. NHN[1].

In unmittelbarer Nähe befindet sich das Kloster Wenau, die Burg Holzheim, das Wenauer Höfchen, der Weiler Blumenthal, die Ruine der Karlsburg, das Gut Schönthal, Kleinschönthal und die Pützmühle. Ein Wanderweg führt zur Laufenburg.

Der Name Heistern rührt wohl von dem kelto-romanischen Wort hais = Buche oder von dem angelsächsischen hees = Wald her. Im 14. Jahrhundert wurde die Burg Holzheim mit ihren Besitzern, den Rittern von den Heyster, erstmals urkundlich erwähnt.

Der her Thys van den heysteren, (Herr Thies von den Heistern) und Frau Mettelen seine Hausfrau und ihre beiden Kinder sind im 15. Jahrhundert (ca. 1440) Mitglied der St. Sebastianus-Schützen von Nideggen.[2]

Über den Ort Hamich ist geschichtlich wenig in Erfahrung zu bringen. Bekannt ist jedoch die römische Bezeichnung Hamiacum. Dort gab es Funde aus römischer Zeit.

Von 1798 bis 1814 gehörte die Mairie Heistern im Kanton Eschweiler im Département de la Roer. Zur Mairie gehörten auch Hamich und Schevenhütte. 1800 hatten Hamich, Heistern und Schevenhütte zusammen 1.120 Einwohner. Von 1815 an gehörten Heistern und Hamich eigenständig zum Kreis Düren und seit 1932 zusammen mit Wenau zum Amt Langerwehe. Am 1. Januar 1972 wurde Wenau nach Langerwehe eingemeindet.

Klosterkirche Wenau

Die heutige Pfarrkirche wurde 1122 als Prämonstratenserkloster gegründet und folgte den Regeln Norbert von Xanten. Es wurde vom Grafen Walram III. Paganus von Limburg gestiftet. Die Mutterabtei war die Abtei in Floreffe nahe bei dem belgischen Namur, der das Kloster unterstand. Zusätzlich boten die Herren von Limburg Schutz. Ursprünglich wurde das Kloster als ein Doppelkonvent für Männer und Frauen gegründet. Dies änderte sich 1340, als der Männerzweig in das neu gegründete Kreuzbrüderkloster Schwarzenbroich übersiedelte.

Im Jahre 1489 fand im Kloster eine umfangreiche Reform statt, bei der zahlreiche Regularien erneuert wurden. Während des Dritten Geldrischen Erbfolgekrieges wurde das Kloster im Jahre 1542 durch Truppen des Kaisers Karl V. geplündert. Während eines Brandes am 19. Mai 1561 sowie durch zahlreiche Plünderungen in den Folgejahren wurde ein Großteil der Gebäude zerstört. Das Kloster verarmte und konnte lediglich durch Gütertausch vor dem Untergang bewahrt werden. Erst im 15./16. Jahrhundert wurde der Chor der Kirche mit ihrem Kreuzrippengewölbe neu errichtet.

Plündernde Truppen Ludwigs XIV. von Frankreich zerstörten das Klostergebäude 1642. Erst 1678 wurde es wieder aufgebaut. Im 18. Jahrhundert erhielt es seine barocke Ausstattung. Während des Erdbebens von Lissabon am 1. November 1755 wurde das Kloster beschädigt.

Französische Truppen beschlagnahmten sowohl das Kloster Wenau als auch das Kloster Schwarzenbroich 1794, ein Jahr später übernahm Frankreich am 21. März 1795 die Verwaltung sämtlicher linksrheinischer Länder.

Im Jahre 1802 wurde das Kloster Wenau aufgelöst. Damit endet eine 680-jährige Klostergeschichte.

1804 wurde die Pfarre „St. Katharina“ gegründet, wobei Klosterkirche und große Teile der Klostergebäude sowohl für karitative und kirchliche Zwecke sowie als Dorfschule genutzt wurden.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Gebäude der ehemaligen Klosteranlage beschädigt.

Im Jahre 1956 wurde bis auf den Kreuzgang und einige Nebengebäude die ehemalige Klosteranlage restauriert. St. Katharina erhielt 1969 neue Glocken, die der Heiligen Katharina, dem Heiligen Pankratius und dem Heiligen Norbertus sowie dem Heiligen Donatus geweiht wurden. 1980 wurde der östliche Kreuzgangflügel restauriert, gefolgt von der Restaurierung des Pankratius-Altars im Jahre 1999.

Die Pfarrkirche Wenau ist Station des in Santiago de Compostela endenden Jakobsweges.

Foto: Wikimedia Commons